Krapfen, Strauben, Nigelen: Süßer Fasching in Südtirol

Wer meine Geschichten hier regelmäßig liest, weiß: Ich liebe den Fasching. Mehr noch: Ich liebe eigentlich alles am Fasching, egal ob es nun die Kostüme, die Streiche, Spiele oder eben das Süße ist, das diese verrückte Zeit traditionell begleitet. In Südtirol kommen im Fasching eine ganze Menge Süßspeisen auf den Tisch, sozusagen als erste kulinarische Herausforderung im neuen Jahr. Zum Glück liegen die Festessen der Weihnachtszeit schon ein paar Wochen zurück, sodass man sich die eine oder andere süße Sünde auch wirklich leisten kann. Hoffentlich zumindest…

Denn: Wer kann schon widerstehen, wenn allerhand Leckereien aufgetragen werden? Und wer will das überhaupt, wenn einem schon das Wasser im Mund zusammenläuft, wenn man vom süßen Fasching in Südtirol auch nur liest?

Faschingskrapfen

Wenn man den süßen Fasching in Südtirol beschreibt, muss man beim Faschingsgebäck schlechthin anfangen: den Faschingskrapfen. Fluffig leicht ist dieses Hefegebäck, dazu reich gefüllt mit Aprikosenmarmelade, Vanille- oder – für die, die’s wirklich wissen wollen – Schokocreme. Am besten sind sie natürlich dann, wenn sie frisch aus dem Öl gehoben werden, aber auch sonst hinterlassen sie einen bleibenden Eindruck. Und einen herrlichen Hauch Staubzucker auf den Lippen.

 

Crostoli

Den italienischen Einfluss auf den süßen Fasching in Südtirol erkennt man an einem zweiten typischen Gebäck: den crostoli oder bugie oder fiocchetti oder grostoi. Egal, wie sie auch heißen: die knusprig frittierten Rechtecke mit dem traditionellen Schuss Grappa im Teig kommen zwar ursprünglich aus Venetien, gehören aber mittlerweile auch in Südtirol zum Fasching.

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Strauben

Nicht unbedingt eine reine Faschingssüßspeise sind die Strauben, die in Südtirol eigentlich ganzjährig auf den Tisch kommen. Aber weil man sich zu Fasching die eine oder andere süße Sünde mehr leistet, sollte man auch vor Strauben nicht halt machen. Der flüssige Teig wird dafür mit einem Trichter ins kochende Öl gegossen, wodurch die Strauben ihre typische Schneckenform bekommen. Übrigens: Zu den Strauben passt am besten Preiselbeer- oder Johannisbeer-Marmelade, die für eine leicht bittere Note sorgen.

 

Nigelen

Sind Sie über die Überschrift gestolpert? Kein Grund dafür, denn die Nigelen spricht man aus wie man sie schreibt. Seit jeher gehören die kleinen frittierten Teigkugeln mit Sultaninen zum Südtiroler Fasching, wobei sie unter anderen Namen auch anderswo bekannt sind. Als “fritole” etwa kommen sie in Venedig auf den Tisch. Wer hat’s nun aber erfunden? Egal, Hauptsache es schmeckt!

Sie sehen also: Kalorienzähler kommen im süßen Fasching in Südtirol nicht auf ihre Kosten. Alle anderen aber schon. Und wer will schon Kalorien zählen?

Showing 3 comments
  • Martin Ritter
    Antworten

    Da läuft einem ja das Wasser im Munde zusammen. Auch wir geniessen den Fasching (Fasnacht) natürlich mit Guggenmusik und Umzug in Luzern. Und ja, mit Heidi machts natürlich doppelt Spass, gäll. Liebe Grüsse an alle aus der Schweiz von Martin und Helen

    • Lisa
      Antworten

      Liebe Helen, lieber Martin,
      toll, dass auch Ihr die Fasnacht mit Guggenmusik und Co. in Luzern feiert.
      Ja, mit Kindern macht´s natürlich doppelt Spaß, aber das könnt Ihr Lieben ja auch genießen.
      Wir freuen uns jetzt schon auf Euch und senden alles Liebe aus Dorf Tirol, Lisa mit Familie

    • Lisa
      Antworten

      Liebe Helen, lieber Martin,

      oh, das ist ja schön, dass auch bei Euch die Fasnacht gefeiert wird. Natürlich ist es im Rahmen von Kindern immer nochmals so schön, aber das könnt Ihr ja auch genießen!! 🙂

      Wir freuen uns schon riesig auf Euch und senden ganz liebe Grüße
      Lisa mit Eltern

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