Wandern auf dem Marlinger Waalweg

Es gibt Tage, die sollte, die kann man einfach nicht im Haus verbringen. Dieser Maifreitag war ein solcher Tag: blauer Himmel, ein paar vereinzelte, schneeweiße Wölkchen, angenehme Temperatur. Wohl auch deshalb fragte mich mein Vater nach einem Blick aus dem Fenster: „Hast du Lust, einmal etwas anderes zu tun?“ Aber natürlich hatte ich das…

Flavio und ich haben uns also für ein paar Stunden ausgeklinkt und sind nach Tscherms gefahren, ein Dorf unweit von Dorf Tirol. Dort haben wir einen Stopp eingelegt, und zwar in der Leitenschenke, jenem Restaurant, das meine Schwester Sonja und ihr Mann Tobias gehört. Die beiden haben vor rund einem Jahr Nachwuchs bekommen, die kleine Heidi ist der Augenstern der Familie. Mein Vater hat Sonja und Tobias deshalb vorgeschlagen, eine Pause einzulegen und den wunderbaren Tag zu nutzen. Er selbst hat daraufhin die Küche übernommen, ich habe mich um den Service gekümmert und Sonja, Tobias und Heidi sind zu einem Spaziergang auf dem Marlinger Waalweg aufgebrochen.

Waalwege in Südtirol: Wandern am Wasser

Der Begriff „Waal“ hat dabei weder etwas mit dem gleich klingenden Meeressäuger noch mit Wählen zu tun. Vielmehr sind die Waale uralte Bewässerungskanäle, die sich durch Südtirols Mittelgebirge ziehen. Über sie wurde, wie mir mein Vater erklärte, das Wasser aus den Bergen in die Apfelwiesen und Weinberge im Tal geleitet und sie werden auch heute noch genutzt – wie vor Jahrhunderten schon.

An den Waalen entlang führen lange Wege, die einst gebraucht wurden, um die Kanäle kontrollieren zu können. Heute werden sie als nahezu ebene Wander- und Spazierwege genutzt, von denen aus man noch dazu einen fabelhaften Blick ins Tal genießen kann.

Der Marlinger Waalweg

Einer der Prunkstücke unter den Waalwegen ist der Marlinger Waalweg mit einer Länge von nicht weniger als 12 Kilometern. Er verläuft – auch das erfahre ich von meinem Vater – noch heute zu einem Großteil am ursprünglichen Waal entlang, der vor mittlerweile 250 Jahren angelegt worden war.

Am besten erreicht man den Marlinger Waalweg von Töll oder Oberlana aus. Sein höchster Punkt liegt auf 280 Metern Seehöhe, zu seinen Füßen breitet sich das ganze Etschtal aus und wenn man über Meran hinaus schaut, geht der Blick ins Passeiertal und auf die Berge der Texelgruppe.

Bei der romanischen St.-Anna-Kirche sollte man eine kurze Pause einlegen und die Frühlingssonne genießen, bevor man das letzte Stück des Weges bis Schloss Lebenberg zurücklegt.

Als Sonja und Tobias nach ihrem Spaziergang wieder den Kopf zur Tür der Leitenschenke hereinstecken, merkt man ihnen ihre Dankbarkeit an. In ihrem Job ist es schließlich nicht leicht, sich in der Saison ein paar freie Stunden zu gönnen. Für Flavio und mich war’s dagegen eine willkommene Abwechslung.

maggio-3
Showing 3 comments
  • Gabi + Kurti
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    Das nennt man Familienzusammenhalt …
    und Heidi … der Augenstern … so schöööön …

    Bis Bald
    Eure Schwiiizerli aus dem Appenzellerland

    • Lisa
      Antworten

      Ja, die kleine Maus ist echt ein Augenstern… 🙂

      Bis bald Ihr Lieben und allerbeste Grüße
      Lisa und Co. KG 😉

    • Maria Scheiber
      Antworten

      Liebe Lisa, lieber Flavio! Das war eine Super Idee von Euch der jungen Familie eine Auszeit zu schenken. Die kleine Heidi ist ja so ein entzückendes Mäuschen, man sieht ihr an dass sie in einer glücklichen, behüteten Familie und Umgebung aufwächst. Wir freuen uns schon sehr Euch Alle wieder zu sehen. Eure Maria und Leopold

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