Herz-Jesu-Feuer

Der erste Sonntag nach dem Herz-Jesu-Fest, meist Mitte Juni, ist in Südtirol ein besonderer. Es ist der Tag oder besser: Abend, an dem auf Berggipfeln, -kämmen und -hängen Feuer entzündet werden – eine uralte Tradition, ein Ausdruck Tiroler Frömmigkeit und ein ganz besonderer Anblick.

Wer die Feuer einmal gesehen hat, wird zuerst eines: staunen. Danach wird er sich vielleicht fragen, woher der Brauch kommt, auf Berge zu steigen, um weitum sichtbare Feuer zu entzünden.

Also: Woher kommt der Brauch des Herz-Jesu-Feuers? Gute Frage…

Wann wurden die ersten Herz-Jesu-Feuer entzündet?

Der Brauch der Herz-Jesu-Feuer führt zurück ans Ende des 18. Jahrhunderts. Im April 1796 leitet Napoleon Bonaparte seinen Italienfeldzug ein. Anfangs noch als Ablenkungsmanöver für einen Angriff auf Österreich gedacht, entwickelt sich der Feld- zu einem Triumphzug. Napoleons Truppen stoßen nahezu ungehindert Richtung Alpen vor – und damit auch auf Tirol.

Dort beruft man mit Blick auf die anrückenden Franzosen die Landstände ein, eine Art frühes Parlament, das sich vom 30. Mai bis 3. Juni im Palais Toggenburg in Bozen zusammenfindet. Es scheint, als habe man nicht allzu viele Möglichkeiten gesehen, Napoleon zu stoppen, weshalb man einem Ratschlag des Abtes von Stift Stams, Sebastian Stöckl, folgt: man ruft Gott zu Hilfe und vertraut ganz Tirol dem Schutz des Heiligen Herzen Jesu an.

Seit damals erinnert man sich Jahr für Jahr an das Gelöbnis, die Feuer in der Herz-Jesu-Nacht sind das sichtbare Zeichen dafür, dass Tirol noch immer zu ihm steht.

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Vom Hotel Lisetta aus Herz-Jesu-Feuer erleben

In meiner Familie ist es mittlerweile Tradition, die Herz-Jesu-Feuer von der Terrasse unseres Hotels aus zu erleben. Die Terrasse ist wie eine Aussichtsplattform hoch über dem Meraner Talkessel, die einen spektakulären Rundumblick ermöglicht.

Nach Sonnenuntergang, wenn sich der Himmel immer dunkler verfärbt, tauchen nach und nach die Feuer an den Hängen auf: manche in Form von Schriftzügen, manche in Form des Herzen Jesu mit Kreuz, manche, die die Silhouette eines ganzen Berges nachzeichnen.

Es ist Jahr für Jahr ein seltsames Gefühl, das mich beschleicht, wenn ich die Bergfeuer sehe: der Anblick gräbt sich tief in die Seele ein und ein wenig Mystik ist auch immer dabei. Mein letzter Blick an diesem Abend geht deshalb immer von meinem Schlafzimmerfenster hinaus in die Nacht, in der die Feuer brennen. Es ist ein schöner Anblick und ich lege mich schlafen mit dem guten Gefühl, beschützt zu werden.

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Showing 2 comments
  • die Niederer`s
    Antworten

    Hallo ihr lieben Lisettafreunde

    Die Herz-Jesu-Feuer haben uns sehr beeindruckt …
    Die Ausführungen die ihr an diesem Abend dazu gemacht habt, haben uns diesen Brauch näher gebracht und wir können ihn auch jetzt verstehen .
    Die Abendstimmung mit den vielen verschiedenen Lichter war sehr eindrücklich und ging sehr unter die Haut.
    Danke …..

    So ihr Lieben …
    Jetzt freuen wir uns schon auf mitte September bis wir wieder in unserem
    zweiten ZUHAUSE ein und ausgehen können und eure Gastfreundschaft geniessen dürfen …

    Grüsse an Alle
    die Schwiiiiizerli
    Kurti und Gabi

  • Lisa
    Antworten

    Liebe Gabi, lieber Kurti,

    sooooo herrlich Eure Nachricht zu lesen.
    Super schön, dass auch Ihr die Feuer zusammen mit uns genießen konntet und somit ein weiteres Stückchen Südtirol erlebt habt.

    Auch wir freuen uns schon heute ganz, ganz fest auf ein baldiges Wiedersehen mit Euch.

    Seid umarmt und ganz liebe Grüße von uns allen
    Lisa mit Familie

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