Ein Nachmittag auf dem Tappeinerweg in Meran

Heute Früh hat sich meine Schwester Sonja bei mir gemeldet. Sie müsse am Nachmittag dringend zu einem ungeplanten Termin und brauche jemanden, der auf ihre Tochter Heidi aufpasse. “Tut mir leid”, hat Sonja gesagt, “aber ich habe sonst niemanden, den ich stören könnte”. Stören? Mit Heidi? Meiner Nichte? Na, aber ganz im Gegenteil! Ein Nachmittag unter Mädels würde uns beiden gut tun.

Das Programm für unseren Mädelsnachmittag war schnell aufgestellt. Ein Blick durchs Fenster: Sonne! Ein Blick auf das Thermometer: warm! Also auf nach Meran, um einen Spaziergang auf dem berühmten Tappeinerweg zu unternehmen, einem meiner Lieblingsplätze in der Passerstadt.

Faszination Tappeinerweg in Meran

Ganz ohne Zweifel gehört der Tappeinerweg in Meran zu den schönsten Promenaden weit und breit. Vielleicht zu den schönsten überhaupt. Er ist vier Kilometer lang und schlängelt sich etwa hundert Meter oberhalb der Stadt den Küchelberg entlang: vom alten Pulverturm im Osten bis in den Stadtteil Gratsch im Westen, der in der Falllinie unter Schloss Tirol liegt.

Faszinierend sind einerseits die Panoramablicke, die man von hier auf die Stadt genießt, andererseits fesselt mich der Vegetationsmix entlang des Weges immer wieder. Hier wächst Alpines und Mediterranes: von Nadelbäumen bis hin zu Palmen, Ölbäumen, Agaven, Bambussträuchern, Magnolien, Feigenkakteen und Eukalypten.

Langweilig wird’s auf dem Tappeinerweg also nie. Das war wohl auch eines der Ziele seines Schöpfers, der mit diesem Weg Bleibendes für seine Heimatstadt Meran geschaffen hat: der Kurarzt Franz Tappeiner.

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Wer war Franz Tappeiner?

Franz Tappeiner, der dem Weg seinen Namen gibt, begrüßt uns in Gestalt einer Büste am Anfang des Weges. 1816 in Laas im Vinschgau in eine Bauernfamilie geboren, machte Franz schon bald in der Schule auf sich aufmerksam und bekam daher die Chance, in Padua, Prag und Wien Medizin zu studieren. Nach seinem Studium kehrte er zunächst nach Laas zurück, 1846 eröffnete er dann eine Praxis in Meran. Bald schon rannten ihm Patienten die Türe ein, weil Tappeiner mit immer neuen, immer ausgefeilteren Kuren aufzuwarten hatte.

Eine dieser Kuren setzte auf Bewegung, auf das Spazierengehen im Mittelgebirge – am besten auf ebenen Wegen. Weil es an solchen zu Tappeiners Zeiten fehlte, griff er 1893 tief in die eigene Tasche und legte 22.000 Gulden aus, um den ersten Abschnitt der Promenade anzulegen, die später seinen Namen tragen sollte.

Noch einen zweiten Zweck erfüllte dieser Weg für Tappeiner, dessen Interesse neben der Medizin auch der Anthropologie, der Tiroler Geschichte und vor allem der Botanik galt. Im Laufe seines Lebens hat er in Herbaren mehr als 6000 Pflanzen gesammelt, viele davon kann man heute entlang des Tappeinerweges bewundern.

Wohl auch deshalb haben Heidi und ich heute einen Stopp unter der Büste des berühmten Kurarztes eingelegt. Hätten wir einen aufgehabt, hätten wir wohl den Hut vor ihm gezogen angesichts des Geschenkes, das er seiner Stadt und damit auch uns gemacht hat.

Danke, Herr Doktor!

Showing 7 comments
  • Jutta Kleinbauer
    Antworten

    Wie groß die kleine Heidi schon geworden ist! Und auf den Spaziergang auf dem Tappeinerweg freuen wir uns auch schon!

    • Lisa
      Antworten

      Jaaaa gell!! Die Zeit geht soooooo schnell…
      Wir freuen uns schon sehr auf Sie – bis ganz bald, liebe Frau Kleinbauer!

      Allerbeste Frühlingsgrüße aus dem sonnigen Dorf Tirol
      Lisa

    • Lisa
      Antworten

      Stimmt – ein Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht…
      Wir freuen uns schon auf Sie und senden gaaaaanz herzliche Grüße aus Dorf Tirol
      Lisa mit Familie

  • KuGa
    Antworten

    Wenn wir euch beide so liebevoll spazieren sehen,
    packen uns gerade auch Frühlingsgefühle und wir freuen uns
    riesig, auf den wirklich wunderschönen Tappeinerweg mit seien Blumenbeeten.

    Geht ja nicht mehr lange und dann ….
    genau …. sind wir auch schon wieder bei euch …

    Liebe Grüsse an Alle
    KuGa

    • Lisa
      Antworten

      JUHUIIIIIIIIIIIIIIIIIII – wirklich GAR nicht mehr lange und wir dürfen Euch Lieben wieder hier haben!! Wir freuen uns ganz wahnsinnig!
      Bis ganz bald und liebe Grüße an alle die wir kennen,
      Lisa

  • Wilma Lorenz
    Antworten

    Hallo,liebe Lisa – durch die schönen Bilder vom Tappeinerweg kommt jetzt so richtig die Reiselust auf. Na, wir haben ja vorgesorgt und das vorletzte Zimmer bei Euch gebucht. Wir freuen uns auf ein frohes Wiedersehen.
    Herzliche Grüsse an Alle im Haus – H.u.W. Lorenz aus den 7Bergen

  • Lisa
    Antworten

    Jaaaa gell!! Die Zeit geht soooooo schnell…
    Wir freuen uns schon sehr auf Sie – bis ganz bald, liebe Frau Kleinbauer!

    Allerbeste Frühlingsgrüße aus dem sonnigen Dorf Tirol
    Lisa

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